Gido

 

Erläuterung GIDO-Konzept

Die dramatische Wandlung der Gesellschaftssysteme in den letzten Jahren, die rasante Entwicklung der wirtschaftlichen Globalisierung und die inzwischen von allen zu spürende Veränderung unserer Umwelt- und Lebensbedingungen müssen auch zu neuen Denkansätzen und Handlungsabläufen in der Katastrophenbewältigung führen. Jahrzehntelang war Katastrophenschutz in der Bundesrepublik Deutschland in erster Line auf die Bedrohung durch einen möglichen dritten Weltkrieg ausgerichtet. Entsprechend wurden die traditionellen Hilfsorganisationen vom Staat für ihre Aufgaben im Katastrophenschutz aufgestellt. Dieses System ist heute in weiten Teilen überholt. Rasche und umfassende Reformen sind notwendig. Finanzielle Mittel der öffentlichen Hand stehen jedoch nicht oder nur noch höchst eingeschränkt zu Verfügung.
Das Jahr 2005 hat wahrhaft eindringlich diese Entwicklung bestätigt. Zum Jahreswechsel versank fast ein halber Kontinent in den Fluten. Aber damit nicht genug. Flächendeckende Waldbrände und verheerende Hochwasser werden zum Albtraum für die Betroffenen auch mitten in Europa. Sog. „Jahrhundertfluten“ ereignen sich im Abstand weniger Jahre. Sie bedrohen immer mehr Lebensräume - nicht nur mehr in den armen Regionen der Welt.

Die Fluthilfe in Sri Lanka war die Geburtsstunde eines neuen Konzepts: Eine kleine Gruppe professionellen, medizinischen Personals privater Rettungsdienste aus Deutschland bildete den Kern einer multinationalen Hilfsmannschaft von Freiwilligen aus der ganzen Welt, die ohne bürokratische Hemmnisse mit geringem finanziellen Aufwand die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung einer ganzen Region sicher stellen konnte.

Die Erfahrung dieses Einsatzes zeigt: „Bürgerschaftliches Engagement und die Nutzung aller vorhandenen Ressourcen ist gefordert.“

Der Verein German International Disaster-Control Organization e.V. (G.I.D.O.) ist ein unabhängiges und offenes Netzwerk zum Zweck der nationalen und internationalen Katastrophenhilfe. Dieses Netzwerk dient ausschließlich gemeinnützigen Zwecken und vertritt keine spezifischen Einzelinteressen. Die Mitarbeit steht allen Interessierten offen. Angesprochen werden Unternehmen, Organisationen und Einrichtungen der Zivilgesellschaft, die bereit sind, ihre speziellen Fachkenntnisse und Erfahrungen im Einzelfall freiwillig und unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.



Unter dem Leitgedanken „Bürger helfen Bürgern“ können sich insbesondere auch Einzelne ohne umfängliche Verpflichtungen an konkreten Hilfseinsätzen beteiligen und ihre individuellen Kompetenzen einbringen.
Den Mittelpunkt des Netzwerkes bildet eine ständig besetzte Koordinationszentrale. Sie ist die erste Anlaufstelle für alle Hilfeersuchen. Sie verwaltet und aktualisiert die erforderlichen Daten aller Mitwirkenden. Für jeden Einzelfall können somit mögliche personelle und materielle Ressourcen unverzüglich ermittelt werden. Dabei wird die Koordinationszentrale nicht nur reaktiv tätig sein, sondern auch von sich aus Hilfseinsätze - insbesondere auch im Ausland - anstoßen.

Erfahrene und sachkundige Erkundungs- und Organisationsteams ermitteln vor Ort im In- und Ausland die Art und den Umfang der benötigte Hilfe, soweit dieser nicht schon feststeht. Sie unterstützen alle Mitwirkenden in organisatorischen Problemstellungen, koordinieren den Einsatz vor Ort und sichern die Kommunikation mit der Koordinationszentrale. Der ehrenamtliche Vorstand regelt das erforderliche Mindestmaß an Administration und ist zugleich Ansprechpartner für die öffentlichen Institutionen und Medien in der Bundesrepublik Deutschland.